Psychoanalytisch-pädagogische Diagnostik
Psychoanalytisch-pädagogische Diagnostik meint, dass der Versuch, ein Kind (eine Mutter-Kind-Beziehung, eine Familie, eine
Lehrer-Schüler-Beziehung, usw.) psychologisch zu verstehen, in erster Linie darauf ausgerichtet ist, pädagogische
Handlungsperspektiven zu gewinnen. Dabei reicht es nicht aus, wenn nur der/die Diagnostiker/in weiß, was zu geschehen
hätte: Auch die Eltern müssen ihre bzw. die Problematik der Kinder verstehen, soll eine reale Chance bestehen, dass
helfendes pädagogisches Handeln auch wirklich stattfindet.
Genaugenommen heißt das, dass zur hilfreichen Veränderung, zur Problembewältigung führende Aufklärungen nicht der Diagnose
(mit anschließender „Indikationsstellung“) folgen, sondern bereits mit dem ersten Kontakt mit dem Hilfesuchenden einsetzen
müssen. Oder anders ausgedrückt: Selbst dort, wo medizinische, psychiatrische und/oder psychologische
Untersuchungsverfahren angezeigt sind, steht der diagnostische Aufhellungsprozess von Anfang an unter einer pädagogischen
Perspektive, spielt sich von Anfang an in einer pädagogischen Beziehung ab.
Wie sich bald zeigt, ergeben sich erstens zwischen einem solchen Ansatz und der derzeit verbreiteten arbeitsteiligen
Kooperation zwischen einerseits untersuchenden und andererseits beratenden Institutionen bzw. Personen beträchtliche
theoretische und methodische Spannungen.
Zweitens rücken theoretische Fragen in den Vordergrund, die in herkömmlichen Diagnoseverfahren sehr oft zu kurz kommen:
etwa die Frage nach verantwortlichen „äußeren“ Faktoren, die an der Herstellung bestimmter psychodynamischer Verhältnisse
eines zur Untersuchung vorgestellten Kindes beteiligt sind; darunter besonders die psychische Situation seiner
Bezugspersonen u.a.m.
Denn erst ein hinreichendes Verständnis vom (u.U. notwendigen) Gewordensein eines bestimmten Problems erlaubt, gut
begründete Hypothesen über neuerliche Veränderungsmöglichkeiten aufzustellen. Nicht zuletzt provoziert ein solcher
pädagogischer Ansatz auch eine Reihe normativer Fragen (Zielfindung, Entwicklungsrichtung...), welche in der gegenwärtigen
klinisch-psychologischen Praxis in einer (freilich meist unausgesprochenen) Berufung auf einen mitunter fragwürdigen
Begriff von „psychischer Normalität“ unter den Tisch fallen.
Die angebotene Fortbildung umfasst 4 Teile:
1. Grundlagen der psychoanalytisch-pädagogischen Diagnostik
2. Diagnostische Elterngespräche
3. Psychoanalytisch-pädagogische Durchführung und Auswertung von Intelligenztests und projektiven Testverfahren
4. Die Testbesprechung als Grundlage eines weiterführenden pädagogischem Arbeitsbündnisses
Die Teile 1 und 2 sind als halb– bis ganztägige Workshops gestaltbar. Teil 3 erfordert mindestens ein 3-Tage-Seminar,
Teil 4 ein eineinhalbtätiges Seminar.
Ort und Termine: nach Vereinbarung
Referent bzw. Seminarleitung: Univ.-Doz. Dr. Helmuth Figdor
Tageshonorar: € 800,- (+ 20% Mwst.)
Für Wochentage muss ein Aufschlag (Verdienstentgang) von € 260,- berechnet werden.
Kontakt und weitere Informationen: Univ.-Doz. Dr. Helmuth Figdor
Tel: ++43/(01) 586 85 66
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Die Methode der
Psychoanalytisch-pädagogischen Beratung von Scheidungseltern
Was Psychoanalytische Pädagogik für die Beratung von Scheidungseltern leisten kann, ist dreierlei:
1. Die psychoanalytischen bzw. psychoanalytisch orientierten Forschungsarbeiten der letzten Jahre haben zu einigen
bedeutsamen Erkenntnissen geführt:
zum einen über die Art und Weise, wie Kinder die Trennung/ Scheidung erleben, verarbeiten, wie sie sich auf ihre
langfristige psychische Entwicklung auszuwirken vermag;
zum anderen, wie die (vor allem die unbewussten) Prozesse bei Kindern und Eltern zusammenspielen, wie das gegenwärtige
Erleben mit der Vorgeschichte der Familie zusammenhängt, welche Erfahrungen Kinder machen sollten, um die Krise leichter
zu bewältigen; warum Eltern so oft bei der Hilfestellung für ihre Kinder versagen.
Insofern handelt es sich bei diesen Forschungsergebnissen um ein Grundlagenwissen, das dem Professionisten hilft, besser
zu verstehen und auf leicht Übersehbares zu achten.
2. Man könnte den psychoanalytisch-pädagogischen Zugang auch beschreiben als den Versuch, die Relation zwischen
(psychischer) Innenwelt und der Außenwelt des Kindes theoretisch zu konzeptualisieren. Zur „Außenwelt“ zählt dabei
natürlich auch die Innenwelt der Eltern. Mit jener aber haben wir es in der Beratung zu tun. Somit könnte sich der
psychoanalytisch-pädagogische Ansatz als Reflexionsinstrument professioneller Beratungspraxis bewähren.
3. Schließlich meint „psychoanalytisch-pädagogische Elternberatung“ ein methodisch und technisch definiertes
Verfahren mit umschriebener Indikationsstellung, das auf eine (möglichst rasche) Bearbeitung solcher unbewusster
Konflikte der Eltern zielt, welche sich einer hilfreichen pädagogischen Unterstützung der Kinder entgegenstellen.
Diese drei Möglichkeiten des psychoanalytisch-pädagogischen Zugangs zur Problematik von Scheidungskindern bzw.
Scheidungseltern leiten auch den Aufbau der Seminare:
ad 1. (Grundlagenwissen)
Die wichtigsten Ergebnisse der neueren psychoanalytischen Forschung über das Erleben und die Verarbeitungsmechanismen
der Scheidung/Trennung auf Seiten der Kinder und der Eltern; über die daraus entstehenden schwierigen
Beziehungskonstellationen; und über die Folgen der Scheidung/Trennung für die langfristige psychische Entwicklung des
Kindes.
ad 2. (Psychoanalytische Pädagogik als Reflexionsinstrument)
Exemplarisch sollen Fälle der Teilnehmer/innen im Hinblick auf das leitende diagnostische Verständnis, Indikationsstellung,
gewähltes Setting, Beratungsmethode und Interventionstechnik analysiert werden.
ad 3. (Psychoanalytisch-pädagogische Elternberatung i.e.S.)
Anhand von Fallberichten und Rollenspielen kann das umschriebene Verfahren „psychoanalytisch-pädagogische Elternberatung“
vorgestellt und ansatzweise geübt werden.
Ort und Termine: nach Vereinbarung
Leitung: Univ.-Doz. Dr. Helmuth Figdor
Honorar:
a) Freitag Abend bis Sonntag Nachmittag: € 1700,-
b) Fallen Seminartage auf einen Wochentag, sind dem Honorar € 260,- Verdienstentgang pro Wochentag aufzuschlagen.
Empfohlene Teilnehme/innenrzahl: 15
(Es handelt sich dabei um eine bewährte Standard-Variante, die natürlich den besonderen Wünschen der Veranstalter angepasst
werden kann)
Kontakt und weitere Informationen: Univ.-Doz. Dr. Helmuth Figdor Tel: ++43/(01) 586 85 66
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