Fachvorträge, Workshops und Seminare
Die APP stellt Kindergärten, Schulen, Tagungs- und Kongressveranstaltern und sonstigen Institutionen gerne Vortragende,
Arbeitsgruppen- oder Seminarleiter/innen zur Verfügung, die praxisrelevante Themen aus psychoanalytisch-pädagogischer
Sicht beleuchten und problematisieren. Zum Beispiel:
Verhaltensauffälligkeiten: ein Problem der Kinder, der Eltern oder der Institutionen?
Überforderte Kinder – überforderte Lehrer?
Umgang mit traumatisierten Kindern (Tod, Scheidung, Flucht/Krieg...)
Was tun bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch oder Gewalt?
Schulschwierigkeiten, Lernhemmung, Leistungsverweigerung – was steckt dahinter?
Beratung und Arbeit mit Eltern an Schulen und Kindergärten
u.a.m.
Wo?
Nach Vereinbarung
Kontakt und Informationen
Wie zum Beispiel die Organisation entsprechender Veranstaltungen
Mag. Natascha Almeder
Tel.: 069911495934
„Ein ganz normaler Tag...“
Ein psychoanalytisch-pädagogisches Seminar für Kindergärtner/innen
Dauer
1-2 Semester
Leitung
Univ.-Doz. Dr. Helmuth Figdor
Mitarbeit
Mag. Alexandra Bengesser
Mag. Sabine Hochreiter
Mag. Karin Messerer
Mag. Inge Pröstler
Mag. Andrea Zwettler
Dieses Seminar-Design wurde im Auftrag des Amtes für Jugend und Familie der Stadt Wien entwickelt. Zwischen 1998 und 2001
fanden im Rahmen des Pädagogischen Instituts der Stadt Wien bereits drei Seminare statt, an denen über 300
Kindergärtner/innen teilnahmen.
Das Seminar kann von öffentlichen oder privaten Trägern von Kindergarteneinrichtungen angefragt werden. Die Anpassung des
Standard-Designs an besondere Bedürfnisse und Wünsche des Trägers bzw. der Institution ist natürlich möglich.
Das Setting
Das Seminar gliedert sich in 3 Abschnitte:
I. Drei bis vier Rahmenvorlesungen (Wintersemester)
II. Spezialseminare (Wintersemester)
III. Weiterführende Arbeitsgruppen (Sommersemester)
I. Rahmenvorlesungen
In den Vorlesungen soll der Rahmen des Gesamtseminars abgesteckt und in die Themen der Spezialseminare des WS eingeführt
werden. Jahresthema sind ganz alltägliche Probleme der Praxis. Dabei wird unter „pädagogische Alltagsprobleme“ zweierlei
verstanden:
Erstens:
Probleme, mit denen sich jede Kindergärtnerin tagtäglich herumschlagen muss, für deren Lösung jedoch weder während der
Ausbildung noch in der Fortbildung oder in Supervisionen hinreichender Raum zur Verfügung steht, und zwar vielleicht
gerade deshalb, weil sie so „gewöhnlich“ sind, und sich daher oft das Gefühl einstellt, dass man mit diesen Fragen gar
kein Problem, haben dürfte.
z.B.: Welche Grenzen soll ich ziehen? Mit welchen Mitteln kann bzw. soll ich ihre Erhaltung sichern? Wie tröste ich das
Kind, das um seine Mama weint? Wie schütze ich die Kleinen vor den Größeren (und umgekehrt!)? Wie gehe ich mit aggressiven
Impulsen um? Was tun bei regressiv-anhänglichen, bei trotzig-verweigernden, bei überangepassten Kindern, bei familiären
Krisen (Geburt eines Geschwisters, Scheidung, Krankheit eines Elternteils...), bei Kindern mit umschriebenen Symptomen wie
Einnässen, Einkoten, exzessiver Masturbation, Angst- und Wutanfällen? Wie kann Zusammenarbeit mit den Eltern hergestellt
werden? u.a.m.
Zweitens:
Wir wollen pädagogische Grundsatzfragen ins Auge fassen, die sich durch die Routine der Alltagspraxis gar nicht mehr
explizit stellen, die durch tradierte Anschauungen, persönlichen pädagogischen Stil oder institutionelle Zwänge
gewissermaßen immer schon beantwortet sind, sodass es der einzelnen Kindergärtnerin mitunter gar nicht mehr auffällt,
dass man dort, wo sie selbstverständlich und spontan handelt, auch Fragen stellen könnte.
z.B.: Neue Kinder und die Angst vor der Gruppe. Wo endet das Eingehen auf individuelle Probleme und wo beginnt die
Gemeinschaftserziehung? Erziehen oder therapieren (lassen)? Wie viel Rückzugsraum brauchen Kinder bzw. ab wann ist
Rückzug bedenklich? Verhaltensauffälligkeiten - Ausdruck einer Störung des Kindes, des Wertesystems der Erzieherin
oder Ausdruck institutioneller Defizite? Wie kann ich als Frau Buben bei der Findung ihrer geschlechtlichen Identität
Vorbild und Hilfe sein? Wie notwendig, „gesund“ ist Aggression? Über den pädagogischen Stellenwert des „Bösen“ und
Bedrohlichen (Tod, Scheidung, Gewalt); über die Bedeutung von Märchen und Ritualen u.a.m.
In den Vorlesungen sollen zu diesen Alltagsproblemen thesenhaft Grundpositionen aus psychoanalytisch-pädagogischer Sicht
vorgestellt werden. Dies ermöglicht den Teilnehmerinnen erstens eine allgemeine Orientierung und zweitens die Entscheidung,
mit welchen Themen sie sich im Laufe des WS näher befassen wollen.
II. Spezialseminare (Wintersemester)
Die Spezialseminare sind jeweils einem speziellen Thema gewidmet, wobei für ein einzelnes Seminar (also ein spezielles
Thema) 1-3 Abende vorgesehen sind. Jedes dieser Seminare ist thematisch in sich abgeschlossen, sodass den Teilnehmerinnen
die Möglichkeit gegeben ist, jene Seminare zu besuchen, die sie interessieren, andere hingegen auszulassen.
Folgende Seminare sind vorgesehen – wobei sich die Anzahl und die Themen den Interessen der Teilnehmerinnen entsprechend
verändern können:
SE 1: GRUPPENREGELN
zwischen Entlastung und Zwang
zwischen Erziehung zu sozialer Kompetenz und Vertuschung institutioneller Defizite (Gruppengröße, Raumangebot...)
SE 2: Heulen, Kratzen, Beißen, Trotzen, Hauen und Schimpfen:
ÜBER DEN UMGANG MIT AGGRESSIONEN
SE 3: NEUE KINDER; NEUE ERZIEHERINNEN
Über Probleme und Lösungsmöglichkeiten beim Eintritt in den Kindergarten, beim Hinzukommen neuer Kinder, bei Gruppen- und
Erzieher/innen - Wechsel.
SE 4: KINDERGARTENPÄDAGOGIK - ZWISCHEN SELBSTÜBERSCHÄTZUNG UND SELBSTVERLEUGNUNG
Zum Verhältnis von „erzieherischem“, „sonderpädagogischem“ und „psychotherapeutischem“ Umgang mit neurotischen und
Entwicklungsproblemen der Kinder.
SE 5: PHANTASIE; SPIELE; MÄRCHEN UND RITUALE:
Ein (zumeist) vernachlässigter Bereich pädagogischer Entwicklungsförderung und „Alltagspsychotherapie“
SE 6: Tod, Scheidung, neue Partner, Krankheit, Gewalt...:
FAMILIÄRE KRISEN ALS STÖRUNG UND HERAUSFORDERUNG
SE 7: MOTORISCHE UND KOGNITIVE ENTWICKLUNGSDEFIZITE
Ursachen, Möglichkeiten und Grenzen ihrer Behandlung im Rahmen des pädagogischen Kindergarten-Alltags.
III. Weiterführende Arbeitsgruppen (Sommersemester)
Wie erwähnt, umfassen die Spezialseminare einen, zwei oder drei Abende. Für Teilnehmerinnen, die anlässlich eines (oder
zwei) dieser Seminare den Wunsch entwickeln, sich mit der betreffenden Thematik noch intensiver zu beschäftigen, kann das
betreffende Seminar als 14-tägige Arbeitsgruppe über das gesamte SS fortgesetzt werden. Fallweise kann es hierbei auch zu
punktuellen Kooperationen zwischen Arbeitsgruppen unterschiedlicher Seminare (des WS) kommen.
Am Ende des Sommersemesters ist ein Arbeitsgruppenplenum vorgesehen, in dessen Rahmen das gesamte Seminar (I – III)
reflektiert werden soll und Möglichkeiten der Weiterarbeit, neuer Projekte oder sonstiger Aktivitäten beraten werden
können.
Diese dreiteilige und inhaltlich differenzierende Struktur soll den Kolleginnen die Möglichkeit geben, ihre Mitarbeit
sowohl thematisch als auch in Hinsicht auf die aufzuwendende Arbeitsintensität ihren je besonderen Bedürfnissen und
zeitlichen Ressourcen gemäß selbst zu bestimmen.
Termine, Ort
Nach Vereinbarung
Kontakt
Univ.-Doz. Dr. Helmuth Figdor
Tel.: ++43/(0)1 586 85 66
Kosten
nach Vereinbarung
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