15. Fachtagung 2021

APP-ONLINE-FACHTAGUNG 2021 


Der Konflikt, das täglich Brot der Pädagogik…

Zur Bedeutung des Konflikts in Kindergarten, Schule und in psychosozialen Settings

Diese Fachtagung für Pädagog*innen findet am

Samstag, 8. Mai 2021

ONLINE via Zoom statt.


Liebe Elementarpädagog*innen, liebe Lehrer*innen, liebe Kolleg*innen!

Kinder und Jugendliche zu ausgeglichenen und sozial kompetenten Menschen heranwachsen zu sehen, gehört zu den Hauptanliegen der meisten Eltern und Pädagog*innen. Der Weg dahin gestaltet sich in der Regel schwierig, da im pädagogischen Alltag die Bedürfnisse, Wünsche und Ansprüche aller Beteiligten oft weit auseinanderklaffen. Enttäuschung, Wut und Streit sind die Folge. Viele der Strategien, mit denen Heranwachsende den eigenen Willen ausdrücken, widersprechen den Erwartungen der Erwachsenenwelt, das Zusammenleben wird konflikthaft und mitunter sehr belastend.

Der Blick auf das aktuelle Weltgeschehen, die Politik und das eigene Leben zeigt ebenso, dass Konflikte im Umgang miteinander an der Tagesordnung stehen. Bei näherer Betrachtung enthalten sie jedoch Entwicklungspotential, das wir uns zu Nutze machen können.

Im Rahmen der APP- Online-Tagung 2021 setzen wir uns mit den Herausforderungen und Chancen auseinander, die Konflikte im pädagogischen Alltag in sich tragen.

Wir spannen den Bogen vom tiefenpsychologischen Konfliktbegriff über Überlegungen zu (alters-)typischen pädagogischen Konfliktszenarien und ihrer Bedeutung für die kindliche Entwicklung bis hin zu unterschiedlichen praktischen Methoden, mit Konflikten umzugehen und sie für positive Veränderung zu nutzen. Ergänzt wird die Auswahl der Workshops in diesem Jahr von Vorträgen von Barbara Neudecker und Helmuth Figdor.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Die Tagung findet in Kooperation mit dem Arbeitsbereich Psychoanalytische Pädagogik des Instituts für Bildungswissenschaft der Universität Wien statt.


Tagung im Überblick

9.00 Uhr- Eröffnung und Moderation

Mag.a Regina Studener-Kuras, MA

9.15 Uhr- Vortrag

Mag.a  Barbara Neudecker, MA

„Das Brot der Pädagogin und das Recht des Kindes auf Schokolade. Konflikte in pädagogischen Beziehungen“

Konflikte werden in der pädagogischen Arbeit meistens als Problem erlebt und zu vermeiden versucht. Auch gesellschaftlich stehen wir vor der Herausforderung, wie gegensätzlichen Interessen so begegnet werden kann, dass sie nicht destruktiv werden. Bei näherer Betrachtung zeigt sich allerdings, dass Konflikte im Leben nicht nur unvermeidbar sind, sondern – wenn man einen konstruktiven Umgang damit finden kann – eine entwicklungsförderliche Funktion haben können.

Mag.a Barbara Neudecker, MA

Psychoanalytisch-pädagogische Erziehungsberaterin (APP), Psychotherapeutin (IP), Lehrtherapeutin im Österreichischen Verein für Individualpsychologie, Leiterin der Fachstelle für Prozessbegleitung für Kinder und Jugendliche, Lehrende u.a. an den Universitäten Wien und Innsbruck und an der FH Campus Wien, Tätigkeit in eigener Praxis

10.15 Uhr- Diskussion zum Vortrag

10.35 Uhr- Pause

11.00 bis 12.30Uhr - Workshops

Es stehen Ihnen 10 Workshops zur Auswahl. Die gleichen Workshops werden auch am Nachmittag angeboten. Bitte buchen Sie daher zwei verschiedene Workshops.

12.30 Uhr - Mittagspause

Pausenraum zum Austausch, viritueller Büchertisch rund um das Thema Konflike...

14.00 bis 15.30 Uhr - Workshops

Es stehen Ihnen dieselben 10 Workshops wie am Vormittag zur Auswahl.

15.30 Uhr - Pause

16.00 Uhr - Vortrag

Univ.-Doz. Dr. Helmuth Figdor

„Allzu schlimme Kinder haben es schwer, allzu brave Kinder aber auch.“

Unter welchen Voraussetzungen sind Heranwachsende in der Lage, ohne Angst Grenzen zu akzeptieren und die Fähigkeit zu entwickeln für ihr Tun Verantwortung zu tragen?

Univ.-Doz. Dr. Helmuth Figdor

Psychoanalytiker, Kinderpsychotherapeut und psychoanalytisch-pädagogischer Erziehungsberater in eigener Praxis. Dozent an der Universität Wien und an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Gründer und ehemaliger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Psychoanalytische Pädagogik und nun Ehrenpräsident. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Problemen im Zuge der Scheidung und Trennung von Eltern, zu Erziehungsberatung und den Problemen des pädagogischen Alltags in der Familie, im Kindergarten und in der Schule.

17.30 Uhr - Abschluss


Die Workshops:

WS 1   Konflikte und Konfliktfähigkeit in der Pädagogik.

Wie Alltagskonflikte mit Kindern für die pädagogische Arbeit genutzt werden können.

Im Workshop werden die Inhalte des Vortrags theoretisch vertieft, und anhand von Fallbeispielen aus der pädagogischen Praxis wird erarbeitet, welches entwicklungsförderliche Potential in Alltagskonflikten zwischen Kindern und Pädagog*innen und unter Kindern verborgen liegen kann.

Mag.a Barbara Neudecker, MA

Psychoanalytisch-pädagogische Erziehungsberaterin (APP), Psychotherapeutin (IP), Lehrtherapeutin im Österreichischen Verein für Individualpsychologie, Leiterin der Fachstelle für Prozessbegleitung für Kinder und Jugendliche, Lehrende u.a. an den Universitäten Wien und Innsbruck und an der FH Campus Wien, Tätigkeit in eigener Praxis

WS 2 Entwicklung von Kindern – konflikthaft von Anfang an

Das Konzept des Konflikts in Psychoanalyse und Psychoanalytischer Pädagogik

Das Heranwachsen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ist von Konflikten geprägt, die sich sowohl im Zusammenspiel mit ihrer äußeren Lebenswelt zutragen, aber ebenso auf einer innerpsychischen Ebene existieren. Viele dieser Konflikte erhalten in bestimmten entwicklungstypischen Phasen eine besondere Bedeutung und können mit dazugehörenden Entwicklungsaufgaben und -bedürfnissen in Verbindung gebracht werden.
Dieser Workshop gibt Einblick in das psychoanalytische Konzept des „Konflikts“ (insbesondere in seiner Relation zum Konzept der inneren Diskrepanz) und thematisiert die Frage, in welcher Hinsicht Familien und Bildungseinrichtungen in der Auseinandersetzung mit solchen Konflikten(und Diskrepanzen) hilfreich sein kann.

Univ.-Prof. Dr. Wilfried Datler

Leiter des Arbeitsbereichs Psychoanalytische Pädagogik am Institut für
Bildungswissenschaft der Universität Wien. Lehranalytiker im
Österreichischen Verein für Individualpsychologie (ÖVIP).
Stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Psychoanalytische
Pädagogik. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Fragen im Grenz- und
Überschneidungsbereich von Psychoanalyse, Pädagogik, Heilpädagogik und
Psychotherapie.

WS 3 Psychodynamik, Lernen und Konflikt

Ein psychoanalytisch-pädagogischer Blick auf  Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten, Teilleistungsschwächen, ADHS und Co. 

Mag.a Regina Studener-Kuras, MA

Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Universitätslektorin an der Universität Wien, Institut für Bildungswissenschaft, Arbeitsbereich psychoanalytische Pädagogik. Tätigkeit in freier Praxis im Bereich Entwicklungsdiagnostik, Beratung und Förderung, Supervision und Fortbildung von Mitarbeiter*innen in pädagogischen Arbeitsfeldern zum Thema Spracherwerb und Migration.

WS 4 „Konfliktkompetenzzentrum  Kindergarten/Schule“

Man kann beobachten, wie Konflikte in unterschiedlichsten Bereichen unserer Gesellschaft immer heftiger ausgetragen werden. Bzw. oft auch Kleinigkeiten über Gerichte laufen, Eltern gleich mit dem Anwalt drohen etc. Wo haben wir streiten gelernt? Könnte der Kindergarten/die Schule ein Ort sein, an dem gelernt wird, wie man mit Konflikten umgehen könnte? Passiert dies möglicherweise ohnedies schon immer? - Streiten wir uns zusammen ;-)

Mag. Robert Schmid, MA

Pädagoge, Sonder- u. Heilpädagoge, Supervisor, Psychoanalytisch-Pädagogischer Erziehungsberater (APP) in eigener Praxis: www.erziehungswerkstatt.at

WS 5 Gegen Angstmonster & Lernallergie von Lockdown zu Lockdown- Wie bringen wir unsere Kinder & Jugendlichen bestmöglich durch diese Zeit?

Durch die unser Leben beschränkenden Maßnahmen und die alles Vertraute auf den Kopf stellenden Umstände ist "Corona" allzu deutlich in unserem pädagogischen Alltag angekommen.

Die Sehnsucht nach Normalität, ein Drahtseilakt für unser Nervenkostüm, zwischen Nähe & Distanz, zwischen Erziehungs- und Bildungsaufgaben einerseits & Entwicklungsaufgaben und -bedürfnissen andererseits...

Der Workshop gibt Einblicke in psychoanalytisch-pädagogische Überlegungen zu den Auswirkungen der Coronakrise im Erleben des Kindes und zu dem, was Kinder "psychisch gesund" hält.

Wie können Eltern & Pädagog*innen, trotz widriger Umstände, in der Konfliktsituationen vorprogrammiert und unvermeidbar sind, diese Herausforderung zum Wohle des Kindes meistern und Entwicklungschancen eröffnen?

Mag.a Daniela Winkler

Pädagogin, Sonder- und Heilpädagogin, Psychoanalytisch-pädagogische Erziehungsberaterin (APP), Kinderbeistand bei Gericht, langjährige Erfahrung in einer Kinder- und Jugendpsychatrischen Abteilung in Wien, Externe Lehrtätigkeit an der PH Burgenland und LAK NÖ, Tätigkeit in freier Praxis in Wr. Neustadt

WS 6 Wege und Irrwege im Durcheinander-Land der Gefühle von Kindern deren Eltern sich trennen

Wenn Eltern in Konflikt geraten und sich trennen, sind Kinder vor vielfältige Herausforderungen gestellt. Mitunter stellt sich auf den ersten Blick die Frage, für die Mama und gegen den Papa? Oder doch für den Papa und gegen die Mama? Dabei geht es doch gar nicht um ein Entweder-oder, oder?

Mag.a Katja Frühwirth-Feist, MA

Pädagogin, Sonder- und Heilpädagogin, psychoanalytisch-pädagogische Erziehungsberaterin (APP), Kinderbeistand bei Gericht. Tätigkeit in einer Familienberatungsstelle in Niederösterreich und in freier Praxis in Wien (Gemeinschaftspraxis KARO).

WS 7 "I am change" – Verstrickt und verloren im Netz

-auf der Suche nach Arbeits-, Liebes-, Genuss- und Konfliktfähigkeit

In dem Workshop werden Möglichkeiten des Umgangs mit Konflikten und sogenannte neue Gewaltformen wie Cybermobbing usw. besprochen und anhand Ihrer Erfahrungen diskutiert.

Wo liegen die Möglichkeiten und Grenzen pädagogischen Handelns in virtuellen und in realen Räumen, und wer hilft, wenn es in den Weiten des Netzes eng wird?

Mag.a Natascha Florence Bousa

Pädagogin, Erziehungswissenschaftlerin, psychoanalytisch-pädagogische Erziehungsberaterin (APP), inhaltliche Arbeitsschwerpunkte u.a. Umgang mit Konflikten und Gewaltprävention

WS 8 Das Wiener Konzept der Psychoanalytisch-pädagogischen Erziehungsberatung

Mag.a Tanja Kraushofer, MA

Sozialpädagogin, Sonder- und Heilpädagogin, Psychoanalytisch-pädagogische Erziehungsberaterin (APP), Psychoanalytikerin i.A.u.S., Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Psychoanalytische Pädagogik, tätig in freier Praxis als Erziehungsberaterin, Psychotherapeutin und Supervisorin


WS 9 Hilfe, Pubertät!

Eltern und Pädagog*innen am Rande des (ganz normalen) Wahnsinns und wie sie diesen möglichst unbeschadet überleben können

Mit einem pubertierenden Jugendlichen stehen Konflikte an der Tagesordnung. Die Pubertät ist eine Umbruchphase im Leben des jungen Menschen und eine Herausforderung für alle Beteiligten: Eltern verstehen die Veränderungen und Verhaltensweisen ihrer Kinder oftmals nicht, und die Jugendlichen haben häufig das Gefühl, von Erwachsenen einfach nicht verstanden zu werden. Auch Lehrende erleben diese mitunter explosive Dynamik im Arbeitsalltag hautnah mit.

Wie können diese Umbruch- und Reifeprozesse besser verstanden werden und so auch das Zusammenleben und –arbeiten mit einem Pubertierenden erleichtern?

Mag.a Leila Ahmadi- Rinnerhofer, MA

Pädagogin, Sonder- und Heilpädagogin, Psychoanalytisch-pädagogische Erziehungsberaterin (APP), Kinderbeistand bei Gericht

Mag.a Vera Jandrisits, MA

Pädagogin, Sonder- und Heilpädagogin, Psychoanalytisch-pädagogische Erziehungsberaterin (APP), pädagogische Assistentin bei der Mobilen Frühförderung und Familienbegleitung der Wiener Sozialdienste, Mitglied des Leitungsgremiums des Universitätslehrgangs Early Care Counselling, Kinderbeistand bei Gericht

WS 10 „Mit Kindern kontakten“

Wie kann ich mit Kindern über erlebte oder erspürte Konflikte reden?

Es gibt Life Events, die wir Kindern gerne ersparen würden. Dies nicht zuletzt deshalb, weil sie auch für uns Erwachsene schwierig, belastend und emotional höchst herausfordernd sind. In solchen Situationen stellen sich auch für uns Professionist*innen viele Fragen: Soll ich mit Kindern über einen erlebten Konflikt überhaupt reden? Wie bespreche ich Konflikte zwischen mir und dem Kind? Bespreche ich vermutete innerpsychische Konflikte, oder dürfen das nur Psychotherapeut*innen...? Reden? Schweigen? Oder gibt’s da noch einen Weg?

Das Thema wird anhand konkreter Situationen, beispielhafter Szenen und Konfliktthemen in Hinblick auf unterschiedliche Entwicklungsstufen von Kindern beleuchtet.

Mag. Alexandra Horak, MA

Stv Bereichsleiterin der Familien- und Jugendgerichtshilfe (fachliche Leitung), ehemalige Kinderbeiständin, Sachverständige im Bereich Kindeswohlfragen und pädagogische Alternativen zum Freiheitsentzug, Arbeit in freier Praxis


Anmeldeinformationen

Um an dieser Tagung teilzunehmen, sind zwei Schritte notwendig:

Anmeldeschluss Mittwoch 5. Mai 2021 12.00 Uhr!

1. Anmeldung:

Sie haben die Möglichkeit, das nachfolgende Formular auszufüllen und uns per E-Mail zu schicken.
Sie können dieses Formular aber auch ausdrucken, ausfüllen und uns per Post oder per
Fax zusenden. 

zum Anmeldeformular


2. Tagungsgebühr:

Bei Einzahlung bis zum 8. April 2021 beträgt die Tagungsgebühr € 75,‒ (für APP-Mitglieder/ Studierende € 45,-).

Bei späterer Einzahlung beträgt die Tagungsgebühr € 85,‒ (für APP-Mitglieder/Studierende € 55,‒).

Die Anmeldung ist gültig, wenn die Tagungsgebühr von € 75,‒ bis zum 8. April 2021 bzw. von € 85,‒ nach dem 8. April 2021 auf dem Konto eingelangt ist.

BITTE BEACHTEN SIE DIE NEUE BANKVERBINDUNG: 

Erste Bank | IBAN: AT612011184232735100 | BIC: GIBAATWWXXX

Stornierung: Ab dem 15. April 2021 können keine Tagungsgebühren mehr rückerstattet werden – vorher behalten wir eine Bearbeitungsgebühr von € 20,‒ ein. 


APP - Arbeitsgemeinschaft für Psychoanalytische Pädagogik

Grundsteing. 13/2-4, A-1160 Wien, Tel.: +43/1 403 01 60, info@app-wien.at

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